Sizilianisches Lexikon - Von Lampedusa bis Lupara

Sizilianisches Lexikon, für die Reise und den Wissensdurst

Lampedusa ist die größte der drei Pelagischen Inseln zwischen Tunesien und Sizilien, die zu Italien gehören. Zurzeit wohnen etwa 4000 Menschen dauerhaft auf Lampedusa, in der Urlaubszeit allerdings zeitweilig bis zu 10000.
Durch ihre Lage taucht Lampedusa oft in den Schlagzeilen auf, Flüchtlinge aus Nordafrika kreuzen oft die Insel auf ihrem Weg nach Sizilien und sie gilt als Vorposten der italienischen Behörden, illegale Flüchtlinge und Schmuggler auf ihrem Weg nach Europa abzufangen.
Geographie
Lampedusa ist 20 km² groß, der höchste Punkt ist Albero Sole mit 113 m über NN. Die Insel erstreckt sich länglich in Ost-West-Richtung, die größte Ansiedlung, ein Dorf mit dem Namen Lampedusa, liegt an einer Bucht im Osten. Im Westen wird eine Steilküste als Naturreservat geschützt. 17 km nord-westlich von Lampedusa entfernt liegt die unbewohnte Insel Lampione, 45 km nordöstlich die bewohnte (450 Einw.) Insel Linosa. Lampedusa gehört geografisch zum afrikanischen Kontinent. [Bearbeiten]



Lampione (ital. Laterne) ist eine kleine 700 Meter lange und 180 Meter breite unbewohnte Felseninsel im Mittelmeer und gehört zu den Pelagischen Inseln. Der höchste Punkt liegt 40m über NN. Sie ist unbewohnt, das einzige Gebäude ist ein Leuchtturm. Sehr viele Vögel brüten auf der Insel.

Leoluca Orlando (* 1947 in Palermo (Italien)) war von 1985 bis 2000 Bürgermeister von Palermo und wurde durch seinen Kampf gegen die Mafia bekannt.
Orlando studierte Rechtswissenschaft in Palermo und Heidelberg und war dann in Palermo als Anwalt und als Professor tätig. Ab 1985 war er Bürgermeister von Palermo und durch den Kampf gegen die organisierte Kriminalität an Leib und Leben bedroht. Orlando galt über Jahre als bestplaziert auf einer so genannten „Abschussliste“. Sein Festhalten an der Bekämpfung von organisierter Kriminalität und Korruption konnte zuletzt das diesen Phänomenen zugrunde liegende Schweigen brechen. In einem „Kampf der Frauen“ fand Orlando dann ungewöhnlich breite Unterstützung in der (weiblichen) Bevölkerung. Nachdem er 2000 aus dem Amt schied, wurde Orlando dann Mitglied des Europarats und Präsident des Sicilian Renaissance Institute. Im Jahr 2002 veröffentlichte Orlando seine Autobiographie Ich sollte der nächste sein und zuletzt auch eine Sammlung von Erzählungen („Geschichten”) unter dem Titel Der sizilianische Karren (2004). Im selben Jahr ehrte ihn die Universität Trier mit der Ehrendoktorwürde.
In dem Film Palermo vergessen hat Leoluca Orlando einen bemerkenswerten Auftritt, in dem er gezeigt wird, wie er symbolträchtig die Rathausuhr von Palermo repariert.

Lercara Friddi ist eine Stadt der Provinz Palermo in der Region Sizilien in Italien.
Lercara Friddi liegt 68 km südlich von Palermo. Hier in Lercara Friddi wohnen 7205 Einwohner (Stand am 31. Januar 2006), die in der Hauptsache in der Landwirtschaft und dem Handwerk arbeiten.
Die Nachbargemeinden sind: Castronovo di Sicilia, Prizzi, Roccapalumba und Vicari.
Der heutige Ort wurde 1605 von D. Baldassare Gomez gegründet. Davor war hier ein Lager für die Postkutschen von Palermo nach Agrigent. Auf dem Berg Colle Madore wurde eine Siedlung der Sikaner gefunden. Die Siedlung stammt aus der Zeit zwischen 7. und 6. Jahrhundert v. Chr..



Levanzo ist eine der Ägadischen Inseln im Mittelmeer vor der Westküste Siziliens. Politisch bildet sie einen Ortsteil der Gemeinde Favignana der Provinz Trapani.
Levanzo ist mit einer Fläche von 5,82 km² die drittgrößte der Ägadischen Inseln. Ihre höchsten Erhebung ist der Pizzo Monaco mit einer Höhe von 278 m. Die Insel hat etwa 450 Einwohner.
Der antike Name der Insel war Phorbantia nach einer dort vorkommenden Pflanzenart.
Die bekannteste Sehenswürdigkeit Levanzos ist die "Grotta del Genovese" mit Malereien aus dem 10. Jahrtausend v. Chr.

Linosa ist eine der drei Pelagischen Inseln im Mittelmeer und nur etwa 5 km² groß. Zur Zeit wohnen 450 Menschen auf Linosa. Dominiert wird die Insel von drei erloschenen Vulkanenkratern: Monte Vulcano (195 m), Monte Rosso (186 m) und Monte Ponente (107 m).

Licata ist eine Stadt der Provinz Agrigent in der Region Sizilien in Italien.
Licata liegt 47 km südöstlich von Agrigent an der Küste. Hier wohnen 39.091 Einwohner (Stand am 31. Dezember 2005), die hauptsächlich in der Landwirtschaft und der Industrie arbeiten. Zusätzlich gibt es Arbeitsplätze im Dienstleistungsgewerbe und dem Tourismus.
Licata liegt an der Bahnstrecke Ragusa - Caltanissetta. Die Fahrstrecke nach Ragusa beträgt 2 Stunden 10 Minuten und nach Caltanissetta 1 Stunde und 40 Minuten. Vom Hafen Licata-Port gib es eine Schiffsverbindung nach Valletta auf Malta.
Die Nachbargemeinden sind: Butera (CL), Camastra, Campobello di Licata, Naro, Palma di Montechiaro und Ravanusa.
Das Gebiet der Gemeinde war schon im Paläolithikum besiedelt. 280 v. Chr. siedelte Phintias von Akragas hier die Einwohner der damals zerstörten Stadt Gela an und gründete damit die Stadt Phintiades. Unter den Römern wurde in Licata ein Hafen gebaut, der machte die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum und Umschlagsplatz für Weizen. Die Stadt wurde 1553 von den Türken geplündert. Die Stadt erholte sich wieder und wurde in Richtung Nordwesten ausgebaut.

Lipari
Die Insel Lipari gehört mit ihren Nachbarinseln Stromboli, Salina, Vulcano, Panarea, Filicudi und Alicudi zur Inselgruppe der Äolischen oder Liparischen Inseln (italienisch: Isole Eolie) im Tyrrhenischen Meer. Lipari ist der Name der Gemeinde, der Insel und des Hauptortes. Die Insel gehört zur Region Sizilien in Italien und liegt in der Provinz Messina.
Die Gemeinde umfasst ein Gebiet von etwa 37 km² und hat 10.809 Einwohner (Stand am 31. Dezember 2005), von denen 5000 im gleichnamigen Hauptort Lipari leben. Die nächst gelegenen Gemeinden sind: Santa Marina Salina, Leni und Malfa.
Die Insel Lipari ist vulkanischen Ursprungs, allerdings ist kein aktiver Vulkanismus mehr vorhanden. Die Entstehung erfolgte in mehreren Phasen, wobei sowohl die Eruptionszentren als auch das eruptierte Material sehr verschieden waren. Während der Süden der Insel zusammen mit der benachbarten Insel Vulcano entstanden ist und Dome aufweist, ist der Westen und Osten durch strombolianische Eruptionen entstanden, in der Mitte befinden sich die Stratovulkane Monte Chirica (höchste Erhebung der Insel, 602 m hoch) und Monte S. Angelo, und im Nordosten gibt es bis zu 300 m dicke Bimsablagerungen und zwei Obsidianströme. Der Obsidian wurde schon seit der Jungsteinzeit abgebaut; Funde aus dieser Zeit gibt es im ganzen westlichen Mittelmeerraum. Die riesigen weißen Bimsablagerungen, welche auch Monte Chirica bedecken, sind die größten der Welt und werden an der Nordküste bei Acquacalda abgebaut.
Die Besiedlung der Insel lässt sich seit etwa 4000 vor Christus nachweisen. Zu griechischer Zeit entwickelte sich der Ort Meliguni oder Lipara, wie er auch genannt wurde. Die Normannen machten aus Lipari im 7. Jahrhundert einen Bischofssitz. Im Mittelalter war Lipari eine Festung. Der Ort befand sich damals in der Nähe der Kathedrale.
Während des Erdbebens von 1783 wurde Lipari zum größten Teil zerstört. 1939 bauten die Einwohner einen Einschnitt in den Mauergürtel und hatten somit einen direkten Zugang zum Schloß und der Kathedrale.
Neben den Inseln Stromboli, Salina, Vulcano, Panarea, Filicudi und Alicudi ist in Lipari, auf der Insel Lipari besonders sehenswert:
Der Burgberg mit der Burganlage aus dem 16. Jahrhundert. Im Inneren des Mauerrings der Burg liegt auch der Dom und das Archäologische Regionalmuseum, das größtenteils in der Burg untergebracht ist. Zu sehen sind Fundstücke aus der Vorzeit und Frühzeit von Lipari, Inschriften von Nekropolen. Weitere Abteilungen befassen sich mit der klassischen Archäologie und der Meeresarchäologie. Zusätzlich gibt es eine vulkanologische Abteilung.
Martina Corta mit der Piazza Ugo di Sant' Onofrio, hier steht die kleine Kirche Anime del Purgatorio. Auf dem Platz liegen Boote und Fischernetze die ausgebessert werden müssen. Hier legen die Tragflügelboote und Ausflugsschiffe aus Milazzo an.
Der Aussichtspunkt "Quattrocchi" von dem aus man einen herrlichen Blick auf die Nachbarinsel Vulcano hat.
Die archäologische Zone außerhalb der Stadt.
Die Natur, die durch den Vulkanismus geprägt ist.

Lucky Luciano
Charles Luciano (*11. November 1896 auf Sizilien; † 26. Januar 1962, Neapel), besser bekannt als Lucky Luciano, war ein legendärer amerikanischer Mafioso.
Luciano wurde als Salvatore Lucania im Dorf Lercara Friddi, etwa 25 km östlich von Corleone auf Sizilien, geboren. Als er zehn Jahre alt war, zog seine Familie in die USA. Schon in jungen Jahren verdiente er sein Geld, indem er von anderen Kindern im Mafia-Stil Schutzgeld verlangte: Wer nicht täglich ein oder zwei Cent zahlte, würde zusammengeschlagen werden. Ein anderer Junge, der sich weigerte, zu zahlen, und Luciano einen guten Kampf lieferte, war Meyer Lansky - eine Anekdote, deren Richtigkeit anzuzweifeln ist, da Luciano zur Legendenbildung neigt. Er wurde später ebenfalls zu einem legendären Gangster und beide waren Zeit ihres Lebens Freunde.
1916 wurde Luciano, der der Five Points Gang nahe stand, wegen Drogenhandels zu einer kurzen Gefängnisstrafe verurteilt. Nahe standen ihm Lansky und Bugsy Siegel, inzwischen als "Bug and Meyer Mob" bekannt, und sein Jugendfreund Frank Costello. New Yorks Mafiosi wurden auf ihn aufmerksam. Vorerst arbeitete Luciano ab 1920 als größtenteils unabhängiger Alkoholschmuggler und traf dabei Vito Genovese und Giuseppe Antonio Doto, besser bekannt als Joe Adonis, sowie den jüdischen Gangster Dutch Schultz .
Luciano bestach bald auf eigene Faust Politiker wie Big Bill Dwyer, wobei Arnold Rothstein als sein Mentor diente. Frank Costello war, obwohl älter, sein zweiter Mann.
Wohl oder übel musste sich Luciano mit dem örtlichen Mafia-König Joe "The Boss" Masseria arrangieren, obwohl er viel liberaler war als der konservative Masseria und Bandenkriege im Ghetto verabscheute. Dennoch kam es zu einem solchen Konflikt, als 1930 der Krieg von Castellammare zwischen Masseria und Salvatore Maranzano begann. Luciano spielte die beiden erfolgreich gegeneinander aus und ließ zuerst Masseria und dann Maranzano aus, nachdem sich dieser zum Capo di tutti capi ernannt hatte. Maranzano hatte Luciano ebenfalls nicht getraut und geplant, ihn zusammen mit Genovese, Costello und Chicagos Boss Al Capone schnell auszuschalten. Luciano kam ihm zuvor: Vier Männer Lanskys kamen als Steuerfahnder verkleidet in Maranzanos Büro, wo sie ihn töteten. Die Killer trafen auf der Flucht Mad Dog Coll, einen Killer, der Luciano und Genovese hätte töten sollen. Sie erzählten ihm, es handle sich um eine Razzia, woraufhin er ebenfalls floh.
Nachdem Masseria und Maranzano ausgeschaltet waren, war Luciano in der Lage, seine Vision zu erreichen. Er führte schließlich die wichtigsten Anführer des organisierten Verbrechens – auch unterschiedlicher Volkszugehörigkeit – New Yorks im National Crime Syndicate zusammen und gründete die Kommission, ein Gremium der Bosse. Im Gegensatz zu Maranzano, der versuchte, sich selbst als Anführer einer Organisation ähnlich des Römischen Reichs zu präsentieren, baute Luciano eine dezentrale Struktur auf. Die einzelnen Mafia-Familien teilten Territorien und Aktivitäten unter sich auf und trafen sich, um bei Streitigkeiten untereinander zu vermitteln. Dadurch konnten blutige Bandenkriege – wie die Al Capones in den 1920er Jahren – erfolgreich vermieden werden, die Familien konnten sich gleichzeitig größere Einnahmen sichern und ihre Positionen festigen.
1936 gelang es jedoch Thomas E. Dewey, Luciano wegen Prostitution zu verurteilen. Das Strafmaß betrug 30 bis 50 Jahre, er saß letztendlich nur zehn Jahre. Noch vor seiner Verurteilung hatte Luciano versucht, Dutch Schultz davon abzuhalten, Dewey zu ermorden. Als Schultz deutlich machte, an seinem Plan festzuhalten, ließ Luciano Schultz ermorden.
Während des Zweiten Weltkriegs, benötigte Amerika neue Verbündete, um die Invasion auf Sizilien voranzubringen. Luciano war die perfekte Wahl für die US-Armee: Er war zwar im Gefängnis, hatte aber gute Verbindungen zur italienischen Mafia, die unter dem Faschismus in Italien streng verfolgt wurde. Dazu kontrollierten Frank Costellos Leute die Hafenarbeitergewerkschaft, in der man deutsche Spione vermutete. Als Patriot sowohl der USA als auch Siziliens half er enorm und wurde gebührend belohnt. 1946 wurde er freigelassen unter der Bedingung, die Vereinigten Staaten zu verlassen und nach Italien zurückzukehren. Er akzeptierte die Abmachung, war allerdings tief verletzt, die USA verlassen zu müssen. Im selben Jahr reiste er zu einer Mafia-Konferenz in Havanna (Kuba), an der auch Lansky und Costello teilnahmen. Der Grundstein für Kasino-Geschäfte mit dem kubanischen Diktator Batista wurde gelegt - und Bugsy Siegels Ermordung wurde geplant, da dieser die Mafia in Las Vegas mit seinem zu teuer gewordenen Kasino "The Flamingo" viel Geld gekostet hatte. Da die US-Regierung von seiner Anwesenheit auf der karibischen Insel mitbekam, musste er nach Italien zurückkehren. Dort handelte er mit Drogen und übernahm den Schwarzmarkt von Vito Genovese, der die USA zwischenzeitlich hatte verlassen müssen.
1957 führte Vito Genovese innerhalb von Lucianos Organisation einen Putsch durch: Er bewegte Frank Costello durch einen Streifschuss am Kopf zum Rücktritt und ließ dann Albert Anastasia töten, Boss einer anderen Familie. Luciano, Lansky und seine Männer ließen Genovese jedoch hochgehen (wie Luciano behauptete), und er wurde wegen Drogenhandels verurteilt.
Am 26. Januar 1962 starb Luciano an einem Herzinfarkt im Flughafen von Neapel. Er wurde auf dem St. John's Friedhof in Queens, New York begraben, nachdem ein Bundesgericht entschied, dass das Begräbnis in amerikanischer Erde nicht verhindert werden könne, da eine Leiche kein Bürger eines Staates sei und somit keiner Einwandererkontrolle oder Abschiebungsgesetzen unterliege.
Es wird erzählt, dass Luciano während der 1940er Jahre bei Zugreisen durch Italien oft US-Soldaten traf und dass er es genoss, von seinen Landsleuten erkannt und fotographiert zu werden und Autogramme zu geben.

Lupara ist das «klassische» Gewehr auf Sizilien: ein Stutzen, das heißt eine abgesägte Schrotflinte, mit der ursprünglich Wölfe gejagt wurden. «Lupara Bianca» ist die spurlose Beseitigung eines Mafia-Opfers, so daß der Familie des Getöteten nicht einmal der Trost eines Grabes zuteil wird. Vergießt das Opfer sein Blut öffentlich, so heißt das «Lupara Rossa».